Das Impro-Theater Phönixallee | Biographie

Szene aus dem Düsseldorfer Alltag: Junges Liebespaar beim Einkauf auf dem Markt am Carlsplatz. Ein Sträußchen Pimpernelle, drei Shiitake-Pilze und ein paar Gramm Gorgonzola. Ist teuer, aber wenigstens scheint die Sonne. Aber dann flirtet sie mit dem Mann am Nachbarstand, der seinen Windhund bändigt...


Soweit die Realität. Und nun kommt die Phönixallee, Düsseldorfs erstes Improvisationstheater. Sie spielt die Szene auf Wunsch des Publikums einmal als Rap – Pimp deine Nelle, du Opfer! – einmal als Schlager – Ich liebe dich und Pimpernellen und Hunde, die für Käse bellen (ooh shalalala) – und einmal als Oper – Ach! Welch ein Wind weht über'n Hund! So gewinnt der Einkauf existenzielle Bedeutung, wird brüllend komisch, und wie es mit dem Windhund-Mann weitergeht, bleibt spannend bis zum Schluss.


Regie führt bei der Phönixallee (wie immer beim Improtheater) das Publikum. Von ihm lassen sich die Darstellerinnen und Darsteller, namentlich Christina Arnold, Nele Weber, Annette Krumreihn, Thomas Mesmer und Tobias Reitz, in Situationen führen, die starke Nerven und eine große Portion Kreativität erfordern. Sie ereignen sich nicht nur auf dem Markt, sondern auch im Zoo, im Swinger-Club, im heimischen Wohnzimmer oder in der Schraubenabteilung des Baumarkts. Das eingespielte Team mit seinen Musikern – große Spontan-Komponisten – findet für alle Orte und Konstellationen skurrile, magische, heitere oder anrührende Geschichten. Da laufen Interviews rückwärts, beim ersten Date sieht sich der Liebesuchende einer Frau in drei Gestalten gegenüber und in einer Szene beginnen alle Worte mit M. Wer im Improtheater nichts Lustiges findet, dessen Lachmuskeln müssen atrophiert sein.


"Improtheater lebt davon, dass seine Akteure sich Herausforderungen stellen und sie meistern", erklärt Phönixallee-Gründerin Christina Arnold. Das sei auch das Reizvolle: "Das ganze Leben besteht aus Herausforderungen. Darum spielen wir im Grunde genau das: Geschichten aus dem Leben. Nur dass wir sie auf links drehen und versuchen, alles in eine neue Perspektive zu setzen." Oft ist es komisch, oft hat es für die angestrengte Seele eine reinigende Wirkung. "Es ist aber nicht nur Spökes", sagt Darstellerin Nele Weber, "in gewissen Momenten staunen wir selbst, wie emotional und manchmal sogar dramatisch Theater aus dem Stegreif sein kann."


Spielen kann die Phönixallee im Grunde überall und jederzeit – sie ist weder auf die richtige Kulisse noch auf Kostüme oder sonstige Requisiten oder ein auswendig gelerntes Drehbuch angewiesen. Seit zehn Jahren steht sie auf unterschiedlichsten Bühnen: Angefangen von der Heimatstation im Theatermuseum am Hofgarten über eine offene Session-Bühne im Pitcher (beides in Düsseldorf) bis zu Auftritten für Industrie, Schule und Medien, Unternehmenstheater, Business-Coachings, Workshops, Theatertourneen und sogar zu einer eigenen Kriminal-Dinner-Reihe, mit der das Ensemble seit einigen Monaten durch ganz Nordrhein-Westfalen tourt. Mehrfach wurden die Phönixallee und ihre Protagonisten schon in der Szene ausgezeichnet. Außerdem veranstalten sie seit 2010 das Düsseldorfer Impro-Festival, das 2019 mit der zehnten Ausgabe sein erstes Dekaden-Jubiläum feiert und größer wird als alle vorherigen. Zu den Workshops und Shows werden ca. 50 Mitwirkende sowie mehr als 400 Besucher erwartet. Zwei der Festival-Veranstaltungen finden im Kom(m)ödchen statt, Düsseldorfs feinstem Möbelstück für politisches Kabarett. Eine neue Art von Humor auf der traditionsreichen Bühne.


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